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Schüler des Reichswald-Gymnasiums gestalten Festakt

200 Jahre Landkreis Kaiserslautern

Mit einem großen Festakt in der Stadthalle Landstuhl hat der Landkreis Kaiserslautern in der vergangenen Woche sein 200jähriges Bestehen gefeiert. Den Schülern des Leistungskurses Geschichte der 11. Klasse des Ramsteiner Reichswald-Gymnasiums ist dabei die besondere Ehre zuteil geworden, das inhaltliche Rahmenprogramm zu füllen. Vorgestellt wurden dem Festpublikum die Ergebnisse eines kleinen regionalgeschichtlichen Forschungsprojektes. Gegenstand war dabei weniger die Geschichte der administrativen Organisation des Kreises, sondern das konkrete Leben seiner Bewohner. Hierzu machten sich die Schüler in wochenlanger Arbeit auf den Weg in die Archive: Zu den Buchbeständen der Pfalzbibliothek, zur Forschungsstelle des Instituts für Pfälzische Geschichte in Kaiserslautern, in die Museen der Region, in die gut sortierte Fachbereichsbibliothek Geschichte des Reichswald-Gymnasiums und hinein die Welt der Erzählungen und Erinnerungen in den einzelnen Familien. Und so begaben sich die jungen Heimatforscher auf Zeitreise. Am Ende stand eine bewusst subjektive Auswahl dessen, was den Schülern wichtig, besonders und exemplarisch erschien. Markante Auffälligkeiten und vergangene Normalitäten. Wie lebten unsere Vorfahren hier in der Westpfalz und welche Spuren haben sie hinterlassen? Herausgekommen waren kleine Vorträge aus drei verschiedenen Themenfeldern: „Familiengeschichten“, „Häuser erzählen Geschichte“ und „Berufswelten“.  Am Lebensweg der Familie Presser und Müller ließ sich bespielhaft ablesen, wie der Wegzug aus dem Dorf im 19., die großen Kriege des 20. Jahrhunderts und der wirtschaftliche Strukturwandel das Alltagsleben der Westpfälzer immer wieder neu verändert haben (Referentin: Sofie Lang). Das Leid, das die Zeit der nationalsozialistischen Diktatur in der Zeit des Krieges wurde am Lebenslauf von August Müller aus in berührender Weise geschildert (Referentin: Anne Cramer). Immer wieder konnten Schüler so Erinnerungen an die Schicksale ihrer eigenen Vorfahren einarbeiten und so einen sehr persönlichen Bezug zur „Weltgeschichte vor Ort“ herstellen. Das Alte Rathaus in Ramstein und ein gut erhaltenes und geschmackvoll renoviertes Bauernhaus in Hütschenhausen zeugten vom baugeschichtlichen Erbe der Region (Leoni Schlicher, Leonie Pagel und Michelle Mader). Und schließlich stellten die Schüler meist untergegangene Berufswege aus dem der Welt des Waldes (Marcel Stolz), der Wandermusikanten (Josuah Hornbruch) der Landwirtschaft (Christoph Herbst) und dem Bergbau (David Kircher und Mustafa Kaya) vor. Von der Auswahl der Themen, dem Zusammenstellen und Überarbeiten der Texte, der der Auswahl der Bilder bis hin zur konkreten Gestalten des Vortrages selbst hatten die Schüler einer Vielfalt an Aufgaben nachzukommen. Ein mühevoller Weg, der sich am Ende gelohnt hat, gegangen zu werden und der gezeigt hat, wie sehr sich das Leben in den zweihundert Jahren, in denen unser Landkreis als Gebietskörperschaft existiert, verändert hat. Schritt für Schritt und in Vielem wohl unwiederbringlich.