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Filmseminar zum Thema "Filmpropaganda" am Reichswald-Gymnasium

Original-Filmplakat

Die Fachschaft Geschichte des Reichswald-Gymnasiums bot Schülern des Reichswald-Gymnasiums in der vergangenen Woche die Gelegenheit, einen Propagandafilm aus der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur kritisch zu analysieren und anhand dieses Beispiels die Methoden und Techniken der Manipulation zu analysieren, die dort Anwendung finden. Als Fallbeispiel diente der Spielfilm "Hitlerjunge  Quex".

Dieser Film ,Hitlerjunge Quex´ war in der Zeit des Nationalsozialismus eigens zur Verführung deutscher Jugendlicher gedreht und gezeigt worden – und hat dieses Ziel erreicht. Er gilt als einer der erfolgreichsten Propagandafilme des Regimes und ruft die Jugend zum Opfertod für Hitler und den Nationalsozialismus auf.

Das Gymnasium präsentierte den Schülern der Klassenstufen 10 und 12 nun ein umfassendes Filmseminar. Es handelt sich um einen sogenannten Vorbehaltsfilm, der heute nur unter Begleitung eines Filmwissenschaftlers in Deutschland gezeigt werden darf. Dabei soll vor allem die besondere Gefährlichkeit der NS-Propaganda entlarvt werden.  Im Gegensatz zu Hitler war Goebbels von der Methode indirekter Propaganda besessen, die subtil und schleichend ihre Wirkung in den Menschen entfaltet – und das auch heute noch. Denn kaum einer der Schülerinnen und Schüler empfand kein Mitleid mit dem jungen Heini, der Hauptfigur des Films: Freiheit und Glück erfährt Heini, der zu Hause durch seinen tyrannischen Vater, einen Kommunisten, gedemütigt und geschlagen wird, erst im Kreis seiner neuen Freunde aus der Hitlerjugend. Diese nehmen Heini, der angewidert von den Ausschweifungen („hemmungsloses Herumknutschen“, Betrinken, Rauchen) während eines Zeltlagers der kommunistischen Jugend nachts flieht und direkt in die Hände der feindlichen Hitlerjugend gerät, friedlich und besorgt auf und begeistern ihn für den Nationalsozialismus. Wieder zu Hause, singt Heini begeistert das Lied der Hitlerjugend, das er gelernt hat. Sein daraufhin entsetzter Vater packt ihn und zwingt Heini, die kommunistische „Internationale“ zu singen. Im Laufe der Handlung jedoch ändert sich Heinis Vater, nachdem einer der HJ-Führer mit ihm über Heinis und Deutschlands verheißungsvolle Zukunft unter der Führung Hitlers gesprochen hat. Doch ausgerechnet bei einem Straßenkampf der Hitlerjugend gegen die kommunistische Jugend wird Heini von den Kommunisten zu Tode geprügelt. Doch sein Opfertod ist nicht umsonst, so die Botschaft, denn der am Boden liegende, sterbende Heini, kann vor seinem Tod noch den Refrain des HJ-Liedes stammeln: „Unsre Fahne flattert uns voran“. Und wer dieses Lied, das während des Films ständig als Hintergrundmusik anklingt oder auch von Hitlerjungen mehrfach gesungen wird, gehört hat, sollte es die nächsten Tage nicht "aus dem Ohr bekommen". Eine Tatsache, die beweist wie geschickt und perfide die Filmemacher gearbeitet haben und wie leicht Menschen manipulierbar sind.

Geschichtslehrer Michael Loth hatte das Begleitprogramm und den informativen Vortrag zusammengestellt und den Schülern präsentiert.