Latein

Warum sollen Schülerinnen und Schüler Latein lernen?

 

I. Latein ist ein vielseitiges Fach

  1. Latein hat einen Wert an sich: Das Kennenlernen der antiken Kultur ist ein wichtiger Bestandteil der Allgemeinbildung.
  2. Der Lateinunterricht ermöglicht den Zugang zu den Wurzeln europäischer Tradition und damit eine humanistische Grundbildung.
  3. Umgang mit schöngeistiger Literatur (Ovid, Catull, Plinius, Vergil etc.) muss eigentlich nicht begründet werden: Diese Literatur ist lesenswert, und der Lateinunterricht ist der Weg dorthin.
  4. Außerhalb Roms lassen sich viele Spuren der Römer finden, auch in vielen Teilen Deutschlands. Somit liegt die Beschäftigung mit dieser Kultur nahe.

II. Latein vermittelt Fremd- und Muttersprachenkenntnisse

  1. "Ein toter Körper ermöglicht besser die Obduktion des Leichnams als ein lebendiger", sagt Karl-Wilhelm Weeber, ein bekannter Altphilologe. So ist Latein zwar eine tote Sprache (wer möchte das leugnen?), aber der Umgang mit ihr ist lebendig: Man spricht über diese Sprache, analysiert sie und lernt aus ihr.
  2. Latein verbessert die Ausdrucksfähigkeiten im Deutschen durch ständige Übersetzungsübungen und den Zwang zum präzisen Formulieren.
  3. Struktur und System anspruchsvoller Texte in modernen Sprachen werden besser begriffen, wenn man in lateinischer Grammatik geschult wurde.
  4. Der Einblick in das lateinische Sprachsystem vermittelt das Sprachsystem anderer Sprachen, auch das der Muttersprache. Auf diese Weise wird ein Sprachbewusstsein aufgebaut.
  5. Im Latein-Unterricht erlernt man die Meta-Sprache der Grammatik, also ihre Fachausdrücke und sonstige Begrifflichkeiten. So lernt man das Sprechen über Sprache, der Umgang mit Fremdsprachen im Allgemeinen wird entkrampft.
  6. Latein ermöglicht den Zugang zu einem unermesslichen Schatz von Fremd- und Lehnwörtern, ebenso zum Wortschatz der romanischen Sprachen, aber auch des Englischen: immerhin 60% des englischen Wortschatzes kommen aus dem Lateinischen.
  7. Latein ermöglicht das Grundverständnis der romanischen Sprachen und ist damit Basis, diese Sprachen schnell und systematisch zu lernen.
  8. Durch Latein verfügt man über das Reservoir der naturwissenschaftlich-technischen Begriffsbildung in Biologie, Physik, Raumfahrt etc..

III. Latein als Lebenshilfe

  1. Latein ist Orientierungshilfe für die Lebensplanung: Die Beschäftigung mit anspruchsvollen Texten römischer Politiker, Geschichtsschreiber, Dichter und Philosophen regt zum Nachdenken über die Grundfragen des Lebens an.
  2. Lateinische Texte geben Orientierungshilfen bei der Beurteilung gegenwärtiger Fragen, bieten Lösungsansätze auch für aktuelle Probleme und regen zum Überdenken eigener Positionen an.
  3. Lateinische Texte ermöglichen auch den Blick auf die Grundlagen unserer gegenwärtigen Gesellschaft.
  4. Lateinische Texte gestatten es den Schülern, ein nicht-christliches Wertesystem und damit einen Gegenpol zu unserem heutigen Denken kennen zu lernen. Auf diese Weise wird Fremdes erfasst und verstanden, die eigene Prägung wird erkannt.
  5. Latein bietet Lebenshilfe durch das Angebot verschiedenster Lösungsansätze auf Fragen existenziellen Menschseins.

IV. Latein vermittelt formales Wissen

  1. Für Berufe in Wirtschaft, Technik, Wissenschaft etc. gibt es unerlässliche Sekundärtugenden wie
        + Gründlichkeit
        + Blick für Zusammenhänge
        + Folgerichtigkeit im Erwartungsprozess
        + Selbstdisziplin.
    Diese werden durch den Umgang mit der lateinischen Sprache gefördert.
  2. Lateinunterricht trainiert das Durchhaltevermögen bei längeren Denkprozessen.
  3. Lateinunterricht fördert ein eigenständiges Urteilsvermögen und kritisches Bewusstsein.
  4. Der Lateinunterricht schult das Gedächtnis und in besonderem Maße die Fähigkeit zu Analyse, Abstraktion und Reflexion.
  5. Durch das Analysieren lateinischer Sätze lernt der Schüler logisches Denken, Kombinieren, Konzentration, Verharrungsvermögen und Problemlösen. Diese Fähigkeiten sind auf alle Lebensbereiche übertragbar.
  6. Lateinunterricht erzieht zum Differenzieren und Erfassen von komplexen Zusammenhängen.
  7. Die Pisa-Studie sagt: Nicht oberflächliches, sondern gründliches, reflektierendes Lesen muss geübt werden. Latein ist hierzu schlichtweg ideal.
  8. Wie in den Naturwissenschaften werden Grundlagen vermittelt, die nicht immer direkten Nutzen haben, die aber ein solides Fundament herstellen, auf dem aufgebaut werden kann.

V. Latein verleiht Berechtigungen

  1. Latein wird in Disziplinen wie Theologie, Medizin, Jura etc. benötigt.
  2. Für viele Studiengänge ist das Latinum als Eingangsvoraussetzung vorgeschrieben.
  3. Der Lateinunterricht leistet einen wichtigen Beitrag zur Studierfähigkeit.

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